Arealentwicklung klybeckplus: Start städtebauliche Testplanung

Gestern, Mittwoch, 9. November, hat die städtebauliche Testplanung zur Entwicklung der Werkareale der BASF und Novartis im Klybeck begonnen. Beteiligt sind vier Planerteams aus Basel, Berlin, Frankfurt und Rotterdam. In einem Dialogverfahren werden sie mit einem Begleitgremium, zusammengesetzt aus den Planungspartnern BASF, Novartis, Kanton und Fachleuten, bis Juni 2017 verschiedene Szenarien für die Entwicklung dieser aktuell geschlossenen Industrieareale hin zu einem neuen, gemischt genutzten Stadtquartier vorschlagen. Die interessierte Bevölkerung ist in einem Beteiligungsverfahren fortlaufend eingebunden.

Die städtebauliche Testplanung über das Klybeckareal der BASF und Novartis hat mit einer Informationsveranstaltung und einer Arealbesichtigung begonnen. Die vier eingeladenen Planerteams sind Albert Speer + Partner, Frankfurt, Diener & Diener Architekten, Basel, Hans Kollhoff Architekten, Berlin, sowie OMA (Office for Metropolitan Architecture), Rotterdam. Zusammen mit Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern werden sie in einem Dialogverfahren bis Juni 2017 Szenarien entwickeln, wie sich die heute nicht mehr als Industrieareal benötigten Flächen zu einem gemischt genutzten Stadtquartier entwickeln lassen. Im Begleitgremium sind nebst Vertretungen der Planungspartner und Behörden auch externe Fachexperten wie Prof. Jacques Herzog, Prof. Dr. Vittorio Lampugnani, Dani Ménard, Rainer Klostermann, Rita Illien und weitere vertreten. Auch eine Vertretung der Stadtteilsekretariate begleitet das Verfahren.

Mit einer im Mai 2016 unterzeichneten Planungsvereinbarung haben sich die Planungspartner BASF, Novartis und Kanton darauf verständigt, ein neues, zusammenhängendes Stück Stadt zu entwickeln. Dieses soll eine eigene Identität erhalten und dabei optimal an die Nachbarquartiere angebunden sein. Das rund 30 Hektar grosse Areal bietet Raum für unterschiedlichste Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur und öffentliche Einrichtungen. Neben der Sicherstellung von Arbeitsflächen für den Kanton ist Wohnen in unterschiedlichen Segmenten vorgesehen. Auch Aufenthaltsflächen mit Freizeitmöglichkeiten und kulturellen Nutzungen sollen möglich sein.

Innerhalb eines mehrstufigen Beteiligungsverfahrens wird der interessierten Quartier- und Stadtbevölkerung Gelegenheit geboten, sich in diesen Planungsprozess einzubringen. Erstmals wurden Interessierte dabei vor Beginn der eigentlichen Testplanung einbezogen: Am 24. September 2016 trafen sich rund 150 Personen, die sich an moderierten Workshops zur anstehenden Arealentwicklung austauschten. Dabei wurde unter anderem festgehalten, dass eine Stadt neben Arbeiten und Wohnen in erster Linie auch Beziehungsraum sei. Dank öffentlicher, sozialer und kultureller Nutzungen sollen diese Beziehungen im Alltag entstehen und gelebt werden können. Es seien in der Testplanung Ansätze zu entwickeln, die zeigen, wie Kultur, Bildung, Sport, Gemeinwesen und Gewerbe strukturbildend wirken können. Dabei gelte es auch genügend Grün- und Freiräume zu schaffen. Die Teilnehmenden vertraten die Ansicht, dass es Wohnraum für alle sozialen Schichten braucht. Damit dies gelingt, sei auch günstiges Wohnen gezielt zu fördern. Die Ergebnisse wurden den Planerteams als wichtigen Input für ihre Arbeit mitgegeben.

Die Ergebnisse aus der Testplanung werden im Rahmen der zweiten Beteiligungsveranstaltung vom 17. Juni 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. Daraufhin werden sie mit nochmaligen Inputs aus der interessierten Bevölkerung bis im Herbst 2017 zu einer Synthese verarbeitet, die dann ihrerseits die Grundlage bildet für den behördenverbindlichen Stadtteilrichtplan sowie für das weitere Vorgehen zwischen den Planungspartnern.

Hinweise:

Zur Planungsvereinbarung zwischen BASF, Novartis und Kanton siehe Medienmitteilung vom 24. Mai 2016: www.medien.bs.ch/news/2016-05-24-mm-66106.html

Protokoll und Bericht über die Beteiligungsveranstaltung sind einsehbar auf: www.klybeckplus.ch

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